Straßentransporte

 

Zum Leid vieler Autofahrer wird Deutschland aufgrund seiner geographischen Lage häufig von ausländischen Transportunternehmen als Transitland benutzt – nicht umsonst erhebt die Regierung inzwischen eine LKW-Maut. Doch genau diese Lage ist es auch, die uns erlaubt Waren schnell und sicher in anderen europäischen Binnenmärkten zu liefern. 

Beim Frachttransport auf der Straße unterscheidet man zwischen Nahverkehr und Fernverkehr. Im Nahverkehr werden Güter nur auf kurze Strecken transportiert. Das ist meist bei sogenannten Sammelgutladungen der Fall, bei denen der Spediteur Güter verschiedener Kunden aus der Umgebung abholt, um sie dann zu sammeln und auf LKWs zu verteilen, die zu verschiedenen Zielstationen fahren. Einmal angekommen werden die Waren dann von einem Empfangsspediteur übernommen und per Nahverkehr an die Empfänger verteilt.

Der Fernverkehr umfasst alle Transporte zu entfernten Zielen und ins Ausland. Dazu gehören die oben erwähnten Sammelguttransporte, aber auch Komplettladungen oder Teilladungen, die  bei einem Kunden angeholt und ohne Zwischenstation zum Empfänger gebracht werden. Früher war der grenzüberschreitende Verkehr in Europa viel komplizierter und aufwendiger als er heute ist. Dank Zollfreiheit in der EU, brauchen LKWs heute nicht stundenlang an der Grenze auf die Verzollung oder Kontrolle ihrer Waren zu warten.

Neben den regulären Straßentransporten gibt es noch jede Menge andere Transporte, denen man auf deutschen Straßen begegnen kann: Gefahrguttransporte, die bei Unfällen oft für schlechte Presse sorgen, Sonder und Großtransporte, Kurriertransporte, Möbeltransporte oder auch Baustofftransporte. All diese werden von Speditionen durchgeführt, die auf einen oder mehrere Bereiche spezialisiert sind. Das sind ganz schön viele Fahrzeuge, die im Auftrag des Transportwesens unterwegs sind. Glücklicherweise gibt es auch in Deutschland ein Sonntags-, Ferien- und Feiertagsfahrverbot für LKWs über 7,5 Tonnen, so dass zumindest ein paar Tage im Jahr die Straßen für leidgeprüfte Autofahrer frei sind. Doch obwohl man die vollen Autobahnen immer mal wieder verflucht, muss man einsehen, dass sie das pulsierende Herz unserer Wirtschaft sind.